ND-Filter und Polfilter für Drohnen ⊂:•:⊃ dronesaplenty.com
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Welche Filter für Drohnen gibt es?

Filter für Drohnen sind als Drohnen-Zubehör erhältlich und werden je nach Ausführung direkt auf die Kamera gesteckt oder geschraubt. Prinzipiell gibt es 5 verschiedenartige Filter für Drohnen welche für unterschiedliche Einsätze beim Filmen bzw. beim Fotografieren eingesetzt werden. Folgende Filter gibt es:

  • ND-Filter
  • Polfilter
  • UV-Filter
  • Farbfilter
  • Verlaufsfilter

Für alle Filter gilt, es ist wichtig dass sie weder zu schwer noch zu groß sind. Bei einem zu hohen Gewicht können sie den Gimbal schädigen. Ist der Filter zu groß funktioniert unter Umständen die Gimbalkalibrierung nicht mehr, da der Filter streift oder währenddessen verklemmt.

ND-FilterDJI Mavic Pro ND Filter

Der mit Abstand wichtigste Filter wenn man mit einem Multicopter hochwertige Videos filmen möchte. Zum Fotografieren nur bedingt geeignet, außer man verwendet sehr hochwertige ND-Filter, wie die in unserem DJI Mavic Pro ND Filter Test verwendeten Modellen von PolarPro.

Da es beim ND-Filter so viele Bezeichnungen gibt kommt es immer wieder zu Verwirrung. ND-Filter steht dabei für Neutraldichte-Filter (engl. Neutral-density filter) und die Kurzform lautet Neutralfilter. Dabei handelt es sich um einen neutralgrau eingefärbten Glasscheibe von optischer Güte, welche – und das ist ganz wichtig – die Farbwiedergabe nicht verfälscht. Darum auch oft die geläufige Bezeichnung Graufilter.

Ein ND-Filter hat ganz einfach die Aufgabe das Bild gleichmäßig abzudunkeln, ohne dabei die Farben zu verfälschen. Dies passiert indem die einfallende Lichtmenge reduziert wird. Da das einfallende Licht abhändig von der Aufnahmesituation unterschiedlich stark sein kann, gibt es ND-Filter in verschiedenen Stufen um dem entgegenzuwirken.

Die gängigsten Stufen welche beim Einsatz mit Drohnen verwendet werden sind:
ND4, ND8, ND16, ND32 und ND64
Je höher diese Zahl umso weniger Licht lässt der Filter passieren. Dringt bei einem ND4 Filter noch 1/4 der ursprünglichen Lichtmenge durch sind es bei einem ND64 Filter nur mehr 1/64.

Gerade bei sehr heller Umgebung und/oder bei hohem Sonnenstand zur Mittagszeit bedarf es eines Neutralfilters um für eine künstliche Abdunklung zu sorgen. Orte an denen ein solcher Filter unbedingt mit dabei sein sollte sind Strände, Wüsten und vor allem Winterlandschaften.

ND-Filter beim Filmen mit Drohnen

Gerade beim Filmen mit Drohnen ist ein ND-Filter unverzichtbar und macht ihn zum wichtigsten Zubehör für alle, welche zumindest eine geringe Anforderung an die Bildqualität stellen. Da die Kameras von Multicoptern über eine feste Blende verfügen, lässt sich die Helligkeit des Bildes nur über die Belichtungszeit sowie den ISO beeinflussen. Da man keinesfalls ein Bildrauschen möchte, wählt man den geringst möglichen ISO-Wert welcher im Normalfall bei 100 liegen dürfte. Darum bleibt als einzige Möglichkeit eine Veränderung der Belichtungszeit.

Um jedoch ein flüssiges, sauberes Video – sprich echtes Kinofeeling mit gefühlt saubere Bewegungsabläufe erzeugen zu können, sollte die Belichtungszeit nur doppelt so hoch sein wie die eingestellte Bildrate. Dies besagt die so genannte 180 Grad Regel. Damit du dir darunter etwas vorstellen kannst nehmen wir folgendes Beispiel.
Bei 30 Bildern pro Sekunde (fps) sollte die Belichtungszeit 60 sein. Würdest du mit dieser Einstellung am Tag filmen, wäre die Aufnahme komplett überbelichtet. Mit einem entsprechenden Neutraldiche-Filter hingegen kannst du das einfallende Licht soweit reduzieren, dass eine Aufnahme mit der an deiner Bildrate angepassten Belichtungszeit realisierbar wird.

Außerdem kannst du mit einem ND-Filter dem Jello-Effekt (Wackelpudding-Effekt) entgegenwirken, welcher bei sehr kurzen Verschlusszeiten bei unwuchtigen Rotoren oder schlechten bzw. defekten Kameraaufhängungen entstehen kann.

ND-Filter beim Fotografieren mit Drohnen

Im Gegensatz zum Filmen besteht beim Fotografieren mit Drohnen keine zwingende Notwendigkeit vom Einsatz eines ND-Filters. Schon gar nicht, wenn man Fotos mit einer möglichst kurzen Belichtungszeit schießen möchte. Doch gibt es spezielle Drohnen-ND-Filter für Langzeitbelichtung. Wenn auch aktuelle Drohnen dank GPS stabil in der Luft stehen und der Gimbal Verwacklungen sehr gut ausgleicht, ist eine Drohne nicht mit einem Stativ zu vergleichen.

PolfilterDJI Inspire 2 Polfilter

Ein Polfilter oder Polarisationsfilter filter reflektierendes Licht von nicht metallischen Oberflächen wie Wasser, Glas, Lack weitgehend heraus. Er lässt Wasser blauer und Blätter an Bäumen grüner erscheinen, da störende Lichtreflexionen reduziert werden. Auch der blaue Himmel erscheint kräftiger und Wolken bekommen mehr Kontrast und Struktur. Es entstehen farbintensive Urlaubsfotos am Meer wie man es sonst nur aus vergangenen Tagen von überkolorierten Ansichtskarten kennt.

Was sich in der „normalen“ Fotografie als hervorragender Filter erweist ist jedoch bei Drohnenaufnahmen, sei es Bilder oder Videos nur bedingt bis kaum brauchbar. Gründe dafür gibt es zur Genüge:

  • Stärke des Effekt abhängig vom Winkel
  • Polfilter muss an die gewünschte Himmelrichtung ausgerichtet werden
  • Bei Kursänderung geht der Effekt ganz oder teilweise verloren
  • Drohne muss zur Filtereinstellung gelandet werden
  • Polfilter reduziert (ähnlich wie ND-Filter aber nicht so präzise) die Menge an einfallendem Licht
  • Es findet je nach Modell eine leichte bis mittlere Farbverschiebung statt
  • Bei billigen Produkten entsteht eine leichte Unschärfe

Eine absolut korrekte Anpassung des Polarisationsfilters an die Situation ist bei Drohnenaufnahmen so gut wie unmöglich da eine Drohne stätig mobil ist. Selbst an Ort und Stelle kann der Einfallswinkel des Lichts in 10 Meter Höhe wo man die Aufnahme machen möchte anders sein, als am Boden wo die Einstellung durchgeführt wurde. Wasser, Himmel, Blätter, … alles lässt sich sich auch in der Nachbearbeitungssoftware farblich optimieren. Zur Verteidigung sei jedoch erwähnt, dass die Reflexionen bis dato noch nicht von einer Software reduziert bzw. behoben werden können.

Auch von sogenannten Hybrid-Filtern – das ist ein ND-Filter mit integrierter Pol-Filter-Funktion raten wir ab.

UV-FilterDJI Phantom UV Filter

Hat keine Funktion, außer die Linse der Kamera vor Kratzern zu schützen. Auch hier gilt wieder, dass billige Filter die Bildqualität mindern und teilweise für eine Verstärkung eines (ungewollten) Lens-Flare-Effekt sorgen.

FarbfilterFarbfilter für DJI Phantom

Meist erhältlich in den Farben grau, blau und orange. Absolut unnötig da es das komplette Videomaterial verfärbt. Eine nachträgliche Korrektur ist immer mit Qualitätsverlusten behaftet. Farbenüberlagerungen könnten  in der Nachbearbeitung mit jedem Schnittprogramm kinderleicht nachträglich hinzugefügt werden.

VerlaufsfilterDJI Phantom Farbverlaufsfilter

Ähneln den Farbfiltern haben jedoch einen sanften Übergang zur Transparenz. Sind wie Farbfilter überflüssig und man kann denselben Effekt in der Postproduction erreichen, ohne dabei sich sein ganzes Ausgangsmaterial mit diesem Filter zu ruinieren.

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